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Rallye Monte Carlo 1928 - Im Rückwärtsgang zum Doppelsieg
Bernhard Brägger - 20. Januar 2011 |
Jacques Bignan aus Bukarest und E.P. Malaret aus Königsberg auf ihren schwachbrüstigen Fiats 509 sind die glücklichen Sieger. Und Madame Charlotte Versigny ist auf Talbot in Bukarest gestartet? Den Sieg schon vor Augen blockieren ihr für längere Zeit Bahnarbeiter bei Sospel die Durchfahrt. Aus der Traum vom Sieg der Bugatti-Rennfahrerin über die Männergesellschaft der unterdessen zur bekanntesten Sternfahrt gewordenen Rallye Automobile Monte Carlo.
Das mondäne Monaco empfängt die Teilnehmer mit „südlichem Glanz und herrlichsten Farben“ und hört sich gespannt die Rallye- und Räubergeschichten der Fahrer an. Bignans Fiat allein mit defekten Bremsen, mit Beulen an den Kotflügeln, notdürftig gestopften Löchern an Ölwanne und Kühler spricht Bände. Und Bignan selber? Seinen Sieg kann er kaum fassen und spricht zu den Journalisten: „Unglaublich der Sieg, da wir doch fast die Hälfte der Distanz im Rückwärtsgang zurücklegen mussten und der Zöllner an der jugoslawischen Grenze einfach schlafen ging“.
Nun wie genau das stimmt, lässt sich nicht überprüfen. Tatsache ist, dass oft vereiste Steigungen im Rückwärtsgang bewältigt werden. Der kürzeren Übersetzung sei gedankt. Die Automobil-Revue konzentriert ihre Reportage auf die Zieleinfahrt: „Es war verblüffend festzustellen, mit wie viel Vornehmheit, Linie, selbst bizarrem Luxus die Wagen ausgerüstet waren, die tags zuvor durch die gewaltige Reise aus allen Richtungen der Windrose ihre Dauerhaftigkeit und Schnelligkeit bewiesen hatten.“
P.S. Rallyefunktionäre haben so ihre Eigenheiten. In Strassburg z.B. finden sie das Wetter für Rallyefahrer und für sich nicht zumutbar, packen Uhren und Stempel ein und gehen nach Hause. Mit Hilfe der Polizei findet Jacques Bignan den Zeitnehmer, schreit ihn aus dem Schlaf, lässt die Bordkarte abstempeln und gibt Gas – Gas zum Sieg!.












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