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Rallye Monte Carlo 1977 - Munaris vierter Sieg - der Turini schläft
Bernhard Brägger - 21. Januar 2011 |
Innert wenigen Jahren hat sich die Monte zu einer eintönigen, wenn nicht zur langweiligsten Rallye der Fahrerweltmeisterschaft entwickelt. 1975 sind alle Alpines verzweifelt gegen den Stratos von Munari angestürmt. 1976 hinterlässt die Pro-Munari-Strategie einen faden Geschmack und 1977 wird es noch langweiliger: Firmenpolitik, nicht Rallyesport. Jede Menge seiner Produkte schickt Fiat-Boss Agnelli an den Start: Lancia Stratos, Fiat Abarth 131, Lancia Stratos, Fiat Abarth 131…. Die drei Seat bedeuten nur noch Zugabe. Peugeot, Ford ahnen Böses und bleiben zu Haus, Porsche sieht keinen Grund seine Aktivitäten wieder aufzunehmen, Renault-Alpine wartet noch auf die Homologation des V-6-Motors für den neuen A 310 und Opel will niemand so recht ernst nehmen.
Und so kommt es heraus. Walter Röhrls Motor gibt in der 3. Spezialprüfung den Geist auf und Jean Pierre Nicolas, ebenfalls im Opel-Euro- Händler-Team engagiert, übersteht nicht einmal die Sternfahrt. Bernard Darniche, für Lancia France gemeldet, zerstört auf einer Überführungsetappe den Stratos. Guy Fréquelin attackiert auf echt französische Art bis zur obligaten Eisplatte. Der Alpine ist hin – Fréquelins zweiter Zwischenrang ebenfalls. Jetzt ist Agnellis Truppe unter sich – die Hausfehde kann beginnen. Dem ist leider nicht so, Ordnung muss sein – Familienordnung.
Andruet/“Biche“ überholen im Nebel der Burzet Munari/Maiga, müssen sich aber unverzüglich wieder hinter dem programmierten Sieger einreihen. Pinto/Bernacchini nähern sich Andruet/“Biche“ und müssen sich ebenfalls mässigen. Die spärlichen Zuschauer an der Strecke merken vom ganzen Theater nichts, denn die zurückhaltende Fahrweise der Stars bietet immer noch viel Spektakel, akustisch und optisch. Als in der letzten Nacht Alén/Kivimäki wegen Motorenprobleme aufgeben müssen, Pinto/ Bernachini mit Ventilschaden am Stratos stehen bleiben und Bachelli/Rosetti neben der Strasse landen, zweifelt niemand mehr an Fiorios hellseherischen Fähigkeiten! Dass die beiden Spanier Zanini und Canellas dritte und vierte werden, ist kaum in seiner Rechnung gestanden. Doch deshalb kommt auch keine Stimmung auf. Seat gehört ja auch zum Autogiganten aus Turin.
P.S. Das Ende der Werks-Stratos naht. Ein letztes Mal siegt dieser unterdessen 300 PS reinrassige Rennwagen für Schnee und Waldstrassen. Fiat setzt ab dem nächsten Jahr auf den Abarth 131. Und wegen der Stimmung noch: Am Turini herrscht Grabesruhe – die französischen Supporter fehlen. Die Tifosi sind unter sich.











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